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Wenn Eltern sich trennen, ist der Fokus oft nicht auf den Kindern. Was brauchen sie eigentlich?

Eine Trennung oder Scheidung ist für alle Beteiligten ein einschneidendes Lebensereignis und erschüttert die Welt der Kinder und oft auch ihr zu Hause. In der Zeit danach brauchen sie vor allem Stabilität und Orientierung, was für die trennenden Eltern oft sehr schwierig zu bieten ist, da ja auch ihre Welt und die Vorstellung der Zukunft aueinandergebrochen ist.


Als Anlaufstelle für Familien begegnen wir regelmässig Familien, die mitten in diesem schwierigen Trennungs-Prozess stecken. Dieser Beitrag richtet sich an Eltern, die verstehen möchten, was in ihren Kindern vorgeht und was sie tun können, um sie bestmöglich zu begleiten.


Was Kinder in dieser Zeit fühlen:

Eine Trennung der Eltern ist für Kinder nicht einfach ein Gefühl, sondern ein ganzes Bündel von Gefühlen, die gleichzeitig auftreten können:

  • Angst: Was wird nun aus uns? Werde ich einen Elternteil verlieren?

  • Trauer und Sehnsucht: nach dem gemeinsamen Zuhause, nach dem Alltag, der war.

  • Schuldgefühle: Besonders jüngere Kinder fragen sich innerlich: Bin ich schuld daran? Dieses Gefühl ist zwar irrational, aber sehr real.

  • Loyalitätskonflikte: Das Kind liebt beide Elternteile und leidet, wenn es das Gefühl bekommt, sich entscheiden zu müssen.

  • Einsamkeit und Scham: vor Freunden, in der Schule, im Alltag.


Diese Gefühle sind normal und menschlich. Kinder brauchen die Erlaubnis, sie zu fühlen und jemanden, der sie dabei begleitet und mit ihnen darüber spricht.


Mögliche Reaktionen eines Kindes können sein:

Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf eine Trennung, je nach Alter und Entwicklungsstand:


  • Kleinkinder (2–5 Jahre) zeigen oft Rückschritte, sie weinen mehr, klammern sich, schlafen schlechter oder verlieren bereits Erlerntes wieder. Sie fühlen sich häufig schuldig für das Weggehen des Elternteils.

  • Schulkinder (6–12 Jahre) tragen oft einen massiven Loyalitätskonflikt in sich, sie wollen beide Elternteile lieben, ohne sich schuldig zu fühlen. Verhaltensauffälligkeiten in der Schule, Leistungseinbrüche oder sozialer Rückzug können Zeichen sein, dass das Kind Unterstützung braucht.

  • Jugendliche reagieren manchmal mit einem vorzeitigen Erwachsenwerden, sie suchen Halt ausserhalb der Familie, ziehen sich zurück oder übernehmen Verantwortung, die nicht ihre ist.


Wichtig zu wissen: Kinder zeigen ihre Not oft nur beim betreuenden Elternteil. Das ist kein Zeichen von Ablehnung oder Schwäche, sondern von Vertrauen.


Die besondere Belastung durch elterliche Hochstrittigkeit

Nicht jede Trennung verläuft gleich. Besonders belastend für Kinder ist, wenn der Konflikt zwischen den Eltern anhält, eskaliert und chronisch wird. Fachleute bezeichnen dies als Nachtrennungskonflikte, hochstrittigen Umgangskonflikt oder Hochstrittigkeit.

Forschungsergebnisse zeigen deutlich: Der schädlichste Faktor für die Entwicklung von Kindern nach einer Trennung ist nicht die Trennung selbst, sondern der anhaltende Elternkonflikt.


  • Sie geraten in einen tiefen Loyalitätskonflikt: Sie fühlen sich zerrissen zwischen zwei Menschen, die sie lieben und erleben, dass jede Zuneigung zum anderen Elternteil wie Verrat wirkt. Das Aushalten eines Loyalitätskonflikts kostet ein Kind enorme psychische Energie! Energie, die dann für die eigene Entwicklung fehlt.

  • Sie übernehmen oft unbewusst Elternverantwortung (Parentifizierung): Sie sorgen sich um Mutter oder Vater, statt Kind sein zu dürfen.

  • Langfristig können sie Schwierigkeiten entwickeln beim Aufbau eigener Beziehungen, beim Selbstwertgefühl, in der Schule und bei der Emotionsregulation.


Was Eltern konkret tun können:

Eltern müssen keine perfekte Trennung hinbekommen. Aber sie können ihren Kindern viel Leid ersparen, indem sie einige Grundsätze beherzigen:

  • Gemeinsam und ehrlich informieren: Kinder sollen von beiden Eltern gemeinsam erfahren, was passiert. Und: Jeder sagt nur, was er sicher weiss.

  • Verantwortung klar tragen: Kinder dürfen wissen: Die Trennung ist Sache der Eltern. Nicht deine Schuld.

  • Paarebene von Elternebene trennen: Als Paar kann man sich trennen. Als Eltern bleibt man es ein Leben lang. Diese Unterscheidung schützt das Kind.

  • Dem Kind erlauben, beide zu lieben: Kein Kind soll sich entscheiden müssen. Das ist eine der wichtigsten Botschaften, die Eltern ihrem Kind geben können.

  • Emotionen zulassen: Trauer, Wut, Angst, Verwirrung: All das darf sein. Eltern, die das aushalten können, geben ihrem Kind einen sicheren Rahmen.

  • Das eigene Wohlbefinden pflegen: Das Wohlergehen der Eltern ist die Grundlage für das Wohlergehen des Kindes. Eltern, die sich selbst stabilisieren, können stabilisierend wirken.


Was Kinder stärkt:

Kinder sind oft resilienter als wir denken, aber sie brauchen Unterstützung. Folgendes stärkt sie nachweislich:

  • Verlässliche Rituale und Strukturen: Vorhersehbarkeit gibt Sicherheit.

  • Kreative Ausdrucksmöglichkeiten: Zeichnen, Spielen, Geschichten erfinden hilft, innere Konflikte zu verarbeiten.

  • Eigene Stärken entdecken: Sport, Musik, neue Freundschaften fördern das Selbstwirksamkeitsgefühl.

  • Geschwisterkontakt: Austausch mit Geschwistern kann entlasten und die Situation realistischer erscheinen lassen.

  • Fachliche Begleitung: Manchmal braucht es professionelle Unterstützung: Beratung, Kindergruppen oder Coaching.


Unser Angebot: "Starch mit Gfühl"

Genau hier setzt der Kinder-Kurs "Starch mit Gfühl" von krisenstark. an. Kinder lernen in einem sicheren Rahmen, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und damit umzugehen; ganz gleich, was sie gerade zu Hause erleben. Denn Kinder, die ihre Emotionen kennen und ausdrücken können, sind nicht nur in Krisen stärker. Sie sind es fürs Leben.



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